Ein Tatsachenbericht von unserer Freundin Sylvia Lietsch - Heilpraktikerin in Eibau

Die zweite Nacht hintereinander - dieser Traum

Bäume an der OstseeDa ist sie wieder: die Weiße Wölfin. Sie kommt aus dem Dunkel der Nacht. 'Lange warst du nicht da!' denke ich. Sie schaut zu mir, dreht den Kopf etwas schräg, so als hätte sie mich verstanden. Sie kommt ein paar Schritte auf mich zu. Und da sehe ich ihn, hinter ihr. Noch ein Wolf. Ebenfalls ein weißer, er gleicht einem Husky, aber er ist größer. Viel größer.

Auch er sieht zu mir herüber. Ein unheimlicher Blick. Tief schaut er mir in die Augen, so dass ich mich abwenden muss. „Wen hast du denn da mitgebracht?“, frage ich die Weiße Wölfin vorwurfsvoll. Sie schüttelt sich. Beide stehen nebeneinander. Dann setzt sich das Männchen in Bewegung. Langsam, fast majestätisch läuft es in meine Richtung. In mir macht sich Angst breit und auch ich laufe langsam los. Nicht zu schnell, nur keine hektischen Bewegungen. Aber irgendwann werde ich schneller und schneller. Nur schnell fort von diesem weißen Wolf, mit dem tiefen unheimlichen Blick. Warum nur hat sie ihn mitgebracht? Ich drehe mich um, bemerke, dass der Wolf auch schneller läuft, rennt. Und dann renne auch ich los. Als ich noch einmal nach der Wölfin schauen will, hat mich der große Weiße fast eingeholt und springt. Das letzte, was ich sehe, sind seine großen Augen, das aufgerissene Maul und eine Weiße Wölfin, die sich entspannt niederlegt. „Warum hilfst du mir nicht?“, schreie ich und wache schweißgebadet auf.

 

Die zweite Nacht hintereinander - dieser Traum. Unheimlich, wie so vieles, was in den letzten Wochen passiert ist. Ich nehme mir vor, mit einem Kollegen darüber zu reden und versuche weiterzuschlafen.

Paul wird mich langsam für verrückt erklären, denke ich, als ich ihm am nächsten Tag davon erzähle. Musste er sich doch schon anhören, dass ich meinen Kater zur gleichen Zeit an zwei verschiedenen Orten gesehen habe, er an einem Sonntagmorgen zu einer weißen Eule mutiert ist, dass ich gegen einen Baum gelaufen bin, den es gar nicht gab. Aber er lächelt nur. „Wie viele Zeichen brauchst du denn noch, bis du endlich begreifst, was du tun sollst?“, fragt er mich genauso vorwurfsvoll, wie ich in der Nacht die weiße Wölfin. „Der Reiher am Bodensee, neben dem du aufgewacht bist – er wechselt die Ebenen: Von der Erde ins Wasser, vom Wasser in die Luft, mal steht er still, in sich ruhend, mal fliegt und mal tanzt er. Das Wiesel, welches dich erst auf der Bank am See und später in deinem Schlafsack umkreist hat – es ist verbunden mit den vier Elementen. Es bringt die Kraft, auf Gefühl und Intuition zu hören, und es ist ein Begleiter in der nicht alltäglichen Wirklichkeit.

Die beiden Eichelhäherpärchen, Springer zwischen den Welten. Sie verbinden dich mit den vier Himmelsrichtungen, mit der Innen- und Außenwelt und mit Himmel und Erde. Wenn eine Botschaft aus der Anderswelt auf dich wartet, ruft er. Er ist dort ein starker Begleiter und Beschützer. Der Falke leiht dir in dieser anderen Welt Federkleid und Sehschärfe, damit du mit seinem scharfen Auge sehen und jagen kannst, was gejagt und getötet werden muss, damit Heilung geschehen kann.

Der Weiße Wolf und die Weiße Eule, schamanische Krafttiere, sagen dir: Vertraue deiner Intuition und dem Wissen in dir. Beide führen dich dorthin, wo Heilung nötig ist - bis tief hinein in die Dunkelheit der Seelen. Du kennst die Wege der Heilung und kannst sie vermitteln. Also vertraue deinem inneren Wissen und deiner Intuition. Deine Aufgabe ist es zwischen den Welten zu vermitteln, verirrte Seelen aufzuspüren und ins Licht zu schicken. Den Menschen damit ein klein wenig Frieden zu geben und ein Stück Erde zu heilen.“

Betreten schaue ich zu Boden. Wieder die gleiche Reformante. Wie viele Male habe ich das schon gehört. Von ihm. Seit Jahren schon von Ina, einer anderen Kollegin. Und auch heute denke ich wieder: 'Ich bin Heilpraktikerin. Ich kenne mich mit Akupunktur und anderen asiatischen Heiltechniken aus. Lasst mich doch mal mit diesem Kram in Ruhe.“

Und dann lerne ich Momo kennen. Eine Schamanin aus München. Paul arbeitet schon länger mit ihr zusammen und hat ihr längst von mir erzählt. Als wir zusammentreffen, weiß ich noch nicht, wer und was sie ist, aber sie ist mir sofort sympathisch. Paul stellt mich vor: „Das ist Sylvi, die, mit den weißen Wölfen und die, die immer noch nicht ihren Seelenauftrag wahrhaben will.“ Ich verziehe das Gesicht. Nicht schon wieder! „Am besten ihr kümmert euch erst einmal um die Wölfe!“, sagt er dann zu Momo. Sie lächelt.

„Du hast eine schöne Wölfin als Begleiter.in,“ bemerkt Momo während sie durch mich hindurchzusehen scheint. „Wie heißt sie?“
Die Wölfin, einen Namen? Ich zucke mit den Schultern. „Ich weiß nicht. Sie hat noch keinen.“
„Dann wird es aber Zeit, so lange wie sie schon bei dir ist.“
„Vielleicht hast du recht. Sie ist ja wirklich schon viele Jahre da. Es gab Zeiten, da war sie weg. Hat sich nur manchmal durch meine Träume geschlichen. Aber nie war es so beängstigend, wie in diesen beiden Nächten, von denen ich Paul erzählt habe.“
„Du hättest sie jederzeit rufen können.“, erklärt Momo. „Sie wäre sofort gekommen, sie ist dein Begleiter, sie beschützt dich.“
„Kaum zu glauben, nachdem sie den Wolf hat springen lassen. Der wollte mich bestimmt fressen.“
Momo lacht. „Nein, weiße Schutztiere fressen niemanden. Sie verletzten auch nicht. Das war ein Zeichen, sie endlich zu integrieren, ihre Kraft aufzunehmen. Anders scheinst du es ja nicht zu verstehen.“

Ich überlege kurz. Vielleicht hat sie ja recht. So viele Zeichen, so viele nicht erklärbare Dinge.
Momo fragt vorsichtig: „Willst du ihren Namen wissen? Und wissen warum sie da ist, was sie dir sagen will?“
Neugierig bin ich ja. Warum also nicht. Schlimmer als im Traum kann es ja nicht werden. Momo packt ihre Trommel aus. „Ich fange an zu trommeln und wenn du denkst, es ist so weit, dann rufe deine Wölfin. Frage sie nach ihrem Namen und ob sie dir etwas mitteilen will.“ Dann fängt sie an, der Trommel leise Klänge zu entlocken. Der Schlag wird lauter und kräftiger. Schnell bin ich in einem Trancezustand. Und auch die Wölfin ist sofort an meiner Seite. Der weiße Wolf ebenfalls. Er leckt mir die Hand. „Ich bin Kuru“, sagt er und lässt sich an meiner rechten Seite nieder. Ganz dicht. Die Wölfin legt mir ihre großen Pfoten auf die Schultern und fährt mit ihrer rauen Zunge über mein Gesicht. „Und ich bin Asja. Schade, dass du mich nie gerufen hast. Ich war immer in deiner Nähe.“ Neben mir knurrt Kuru. Als wäre das ihr Signal gewesen, erscheinen noch zwei weitere weiße Wölfe. „Wir kommen immer im Rudel“, sagt Asja. „Und jetzt wo, wir bei dir sein dürfen, sind wir alle gekommen um dir unsere Kraft zu übertragen.und dir zu helfen.“ Alle vier kuscheln sich eng an mich.

„Wie heißt ihr denn?,“ frage ich die beiden kleineren Wölfe.
„Hab Geduld.“, knurrt Asja. „Du wirst die Namen erfahren, wenn die Zeit reif ist.“ Ich vergrabe meine Hände in dem weichen weißen Fell der großen Tiere und fühle mich sicher und geborgen zwischen ihnen.
„Wir sind da, um dir zu zeigen, was in dir steckt, wie reich du wirklich bist. Wir sind deine Seelenführer.“, erklärt mir Kuru mit diesem tiefen Blick, der nun gar nicht mehr unheimlich ist, sondern fast liebevoll und wissend.
„Vertraue deiner inneren Kraft. Wir werden dir helfen, deine Ideen und Wünsche in die Realität umzusetzen und dass du die Botschaften in deinem Herzen empfangen kannst. Wir verleihen dir innere Wärme und Geborgenheit, so wie du sie jetzt zwischen uns spürst. Aber wir werden dich auch überall dahin führen, wo Heilung nötig ist. Bist du bereit dafür?“, ergänzt Asja
„Ja ich bin bereit, euch zu folgen. Bereit, der Führung in mir zu folgen.“ Alle vier erheben sich und verneigen sich vor mir. Dann verschwinden sie, so lautlos und plötzlich, wie sie gekommen sind.

Ich öffne meine Augen. Merke erst jetzt, dass mir Tränen übers Gesicht laufen. Momo hat aufgehört zu trommeln. Und auch Paul ist inzwischen ins Zimmer gekommen
„Willkommen zurück in der alltäglichen Wirklichkeit, Kollegin.“ Mit einem Lächeln reicht er mir ein Taschentuch.

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