Bella BernsteinAus dem Buch "Feengeflüster" von unserer Freundin Claudia Karkosch

Eigentlich ist es ein Buch, was sie nur für ihre Tochter geschrieben hat und das wunderschöne Geschichten enthält. Ramona durfte es mit Bildern illustrieren.

Hier eine weitere Geschichte aus dem Buch:

Bummel-Panda-Bruno

Endlich ist der kleine Kerl da. Seine Mama und sein Papa haben lange auf ihn gewartet und alle Verwandten und Freunde meinten, dass er sich wohl sehr lange Zeit nimmt und ein kleiner Genießer sei. Aber er ist da und alle nennen ihn Bruno.

Er ist ein kleiner, pelziger, schwarz weißer Pandabär und ist so niedlich, dass alle vor Staunen stehen bleiben.

 

Bruno ist glücklich. Er ist bei seinen Eltern, die Sonne scheint vom Himmel herab, es gibt genug zu futtern und wenn er müde ist, rollt er sich zusammen und schläft ein. Jeden Morgen erklärt ihm Papa eine sehr wichtige Sache im Leben, denn um ein großer Panda zu werden, muss man nicht nur viel essen und schlafen, man muss auch viel lernen.

Bruno ist aber ein wenig faul und auch ein wenig träge. „Warum soll ich denn lernen? Mama und Papa sorgen für mich. Wenn ich bei ihnen bin, kann mir nichts passieren.“

 

Als Bruno größer wird, sagt sein Papa: „Bruno, du musst dich jetzt selber um dein Futter kümmern. Du bist groß genug und weißt schon viele Dinge, die ich dir beigebracht habe. Jetzt ist die Zeit gekommen, wo du zeigen kannst, was du gelernt hast." Bruno war sehr stolz und versprach, alles zu beachten und ein guter Panda zu sein. „Vergiss nicht“ sagte Papa, „du musst viel essen, denn bald kommt der Winter und dann brauchen wir genug Kraft und Fettreserven im Körper um die lange Zeit zu überstehen. Natürlich solltest du dir auch eine warme und sichere Höhle suchen. Aber das weißt du ja alles, denn du hast ja sicher immer gut aufgepasst.“

Von wegen - Bruno hatte nie aufgepasst, denn er fand das alles nicht wichtig. Und auch jetzt wollte er nicht auf seinen Vater hören. Es ist doch viel schöner, sich in der Sonne zu räkeln, seinen Träumen nachzuhängen und sich über andere lustig zu machen.


Bruno macht genau so weiter. Er bummelt durch den Tag, frisst ab und zu ein paar Sprossen oder Blätter und lacht über seine Freunde, die sich schon einen tollen Speckmantel angefressen haben.

Er will lieber schlank sein und sich auch weiterhin um nichts kümmern. Seine Freunde gehen jeden Tag weite Strecken, bis alle eine sichere und warme Höhle gefunden haben. Aber Bruno meint: „Warum denn eine dunkle Höhle suchen. Die Sonne ist doch herrlich warm. Ich brauche das alles nicht.“
Nun kommt schon der Herbst. Die Tage werden kürzer, der Himmel ist oft grau und verregnet, viele Pflanzen und Bäume verlieren ihre Blätter und es gibt weder genug Wärme für Bruno noch genug zu essen. Aber er bummelt immer noch und meint, es muss ja wieder besser werden.


Dann kommt der eisige Winter. Die Erde ist mit Schnee und Eis bedeckt, die Pflanzen sind verblüht und die Sonne kommt kaum noch zum Vorschein. Alle Bären haben sich in ihre warmen kuscheligen Höhlen zurückgezogen, sich eingerollt und schlafen tief und fest. Aber Bruno kann nicht schlafen. Er hat Hunger und ihm wird immer kälter. Jetzt erst erinnerte er sich an die Lehren, die ihm sein Vater erteilt hat. Aber nun ist es zu spät. Er lässt den Kopf hängen und trottet vor sich hin, als er plötzlich vor der Höhle seiner Eltern steht. Auch diese haben sich schon zum Schlafen zusammen gekuschelt. Bruno brummt ganz zaghaft, denn er hat Angst, sein Vater würde schimpfen.

 

Papa Panda schaut ihn an und sagt: „Nun du hast den ganzen Sommer nur gebummelt und dich über andere lustig gemacht. Wie willst du jetzt den Winter überstehen?“ Bruno weint. Das hat er nicht gewollt. Da lächelte Papa ein wenig. „Komm mein Sohn. In unserer Höhle ist auch noch etwas Platz für dich. Deine Mutter und ich werden dich in die Mitte legen und dich wärmen und etwas zum Fressen haben wir auch für dich gesammelt. Dann lass uns den Winter verschlafen und wenn die Sonne wieder wärmere Stahlen zur Erde sendet, wirst du hoffentlich klüger sein als im letzten Sommer.“ Mehr sagt er nicht.

 

Bruno geht mit in die Höhle, er frisst die Blätter und Sprossen und kuschelt sich zwischen seine Eltern. Noch beim Einschlafen denkt er über alles nach und schämt sich ganz sehr. Er weiß nun ganz genau, was er im nächsten Jahr zu tun hat und er würde zuhören und lernen.
„Danke“ murmelt er und presst sich noch fester an seine Eltern und schläft ein.

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